Philosophie-Professor besuchte seine Geburtsstadt

11.04.2008

Beeindruckt vom kulturellen Reichtum

Prof. Schnädelbach Felix Friedrich, Herbert Schnädelbach, Ursula Schnädelbach, Michael Wolf und Christian Bettels (v.l.) (Foto: Ronny Seifarth)

Einen besonderen Gast begrüßte Oberbürgermeister Michael Wolf am Mittwoch dieser Woche im Rathaus. Herbert Schnädelbach, bis 2002 Professor für Theoretische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin, war mit seiner Gattin Ursula Schnädelbach der Einladung zu einem Besuch seiner Geburtsstadt Altenburg gefolgt. Das Stadtoberhaupt nahm sich viel Zeit für den bedeutenden Denker, begleitete ihn unter anderem ins Schlossmuseum und ins Lindenaumuseum.
Herbert Schädelbach wurde 1936 in Altenburg geboren, schon 1938 zog die Familie nach Breslau. Die Schulzeit verbrachte er in Breslau, Leipzig, Bergzabern und Landau (Pfalz), wo er 1955 sein Abitur machte. Sein akademischer Lebenslauf weist Herbert Schnädelbach als einen der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart aus. 1965 promovierte er an der Frankfurter Goethe-Universität zum Dr. phil., sein Doktorvater war Theoder Adorno. 1970 habilitierte er sich bei Adorno und Jürgen Habermas.
Als Professor für Philosophie lehrte Herbert Schnädelbach von 1971-1978 in Frankfurt am Main, war erster Dekan des Fachbereichs Philosophie. Von 1978 bis 1992 lehrte er an der Universität Hamburg, insbesondere Sozialphilosophie in den Bereichen Politische Philosophie und Gesellschaftstheorie. In der Hansestadt leben die Schnädelbachs bis heute. Von 1993 bis 2002 hatte Professor Schnädelbach den Lehrstuhl für Theoretische Philosophie an der Humboldt-Universität inne. Von 1987 bis 1988 war er zudem Dekan des Fachbereichs Philosophie und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg und von 1988 bis 1990 Präsident der "Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Deutschland".
Seine Herkunft hat der Philosoph in all den Jahren nie vergessen. Im Gespräch mit dem Oberbürgermeister verriet er, dass ihm "das Herz aufgeht", wenn er sächsischen Dialekt hört. 1994 besuchte er schon einmal seine Geburtsstadt und das Haus in der heutigen Heinrich-Heine-Straße, in dem Familie Schnädelbach einst wohnte.
Das Besuchsprogramm am Mittwoch stand ganz im Zeichen der Kultur. Museumsleiterin Uta Künzl führte die Schnädelbachs durch die prächtigen Räume des Altenburger Schlosses. Einen Höhepunkt stellte das Orgelvorspiel in der Schlosskirche dar, das einen unerwarteten Verlauf nahm. Nachdem Schlossorganist Dr. Felix Friedrich die berühmte "Toccata" von Bach gespielt hatte, äußerte der Philosoph den Wunsch, selbst in die Tasten der Trost-Orgel greifen zu dürfen. So kam es, dass sich Herbert Schnädelbach, ehemaliger Nebenamts-Organist, in der Schlosskirche musikalisch betätigte, was ihm offensichtlich große Freude bereitete. Am Ende des kleinen Kulturprogramms stand eine Führung durch das renommierte Lindenaumuseum, wo Direktorin Jutta Penndorf dem prominenten Gast unter anderem die neue Zille-Ausstellung erläuterte.
Die Schnädelbachs zeigten sich am Ende ihres Besuchstages beeindruckt vom kulturellen Reichtum der Stadt. Beim herzlichen Abschied versäumte es der Oberbürgermeister nicht, den Philosophen und seine Gattin zu den Prinzenraub-Festspielen einzuladen. Die Einladung wurde angenommen, Altenburg hat seit Mittwoch zwei Freunde mehr.


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