"Da kann man nicht nein sagen"

 

OVZ-Artikel vom 02.02.2011

Foto Mario Jahn

 

„Da kann man nicht Nein sagen"

 

Friseurinnungsobermeister Peter Müller engagiert sich als neuer Botschafter der Peter-Escher-Stiftung für krebskranke Kinder
 
Altenburg. „Wenn man die kranken Kinder einmal gesehen hat, muss man einfach helfen. Da kann man nicht Nein sagen", erklärt Peter Müller, Friseurinnungsobermeister aus Altenburg, sein Engagement in der Peter-Escher-Stiftung für krebskranke Kinder. Gestern erhielt er vom Vorstandsvorsitzenden Andreas Habicht die Ernennungsurkunde zum Botschafter in der Region Altenburg.
„Wir freuen uns, mit Peter Müller einen weiteren engagierten Menschen gefunden zu haben, der unsere Idee nach außen trägt", sagt Habicht. Ziel der Peter-Escher-Stiftung ist die Förderung der Forschung und Behandlung auf dem Gebiet der Kinderkrebsheilkunde. Die Kinder hätten aufgrund der kleineren Fallzahlen in der Pharmaindustrie keine Lobby, so Habicht. Geeignete Behandlungsmethoden seien jedoch notwendig, um Folgeschäden der aggressiven Medikamente zu reduzieren. Aktuell werden Forschungsvorhaben an den Universitäten Halle, Jena und Leipzig, wo die Stiftung ihren Sitz hat, unterstützt. Zu den prominenten Botschaftern gehören unter anderem die Schauspieler Natalia Avelon und René Steinke oder Handballerinnen des HC Leipzig.
Bereits vor zwei Jahren hatte Müller für die Stiftung seines Namensvetters Peter Escher ein Benefiz-Haareschneiden in Altenburg veranstaltet. Der Verein Historisches Friseurhaus, dem Müller vorsitzt, spendete im vergangenen Jahr 500 Euro des Thüringer Denkmalpreises, den der Verein für den Erhalt des Salons bekommen hatte.
Der Altenburger Friseursalon aus den 1920er-Jahren wurde 2006 ein medienwirksamer „Fall für Escher", weil die Handwerkskammer Gera der Innung eine Kreditaufnahme zur Sanierung des Gebäudes verweigerte. Zwei Jahre später folgte auf Initiative Müllers die Rettung durch eine Vereinsgründung, die sich um das Projekt kümmerte.
„Die Spendenaktion war eigentlich nur als Dankeschön an Peter Escher gedacht, weil er sich für das Historische Friseurhaus so eingesetzt hat", erzählt Müller. „Aber es war ein sehr emotionales Schlüsselerlebnis, als ich die tapferen kleinen Patienten in ihren sterilen Kabinen sah." Als Botschafter der Peter-Escher-Stiftung wird Peter Müller sich künftig ehrenamtlich um die Repräsentation und Spendenaquise kümmern, aber auch Kontaktperson für betroffene Familien aus der Region sein. Außerdem steht am 13. und 14. August wieder ein Benefiz-Haareschneiden an und für das kommende Jahr zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung sind weitere Aktionen geplant. „Wer Müller kennt, weiß, dass er viel erreicht, wenn er erst mal durchstartet", ist sich Andreas Habicht sicher. Franziska Seifert

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Veröffentlichung

Altenburg
Mo, 07. Februar 2011

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