Dankeschön für die Hilfe bei den Prinzenraubspielen

Ein überaus verdientes Dankeschön

Heute mit den Prinzenraub-Maskenbildnern

 

Auch zwei Wochen nach dem ultimativen Festspielfinale ist der „Prinzenraub“noch in vieler Munde – und Gegenstand so mancher Zusammenkunft. Diesmal ist es Arrbeitsfrühstück“,

zu dem Friseurmeister Peter Müller seine so überaus verlässliche Garde geladen hat.

Es ist ein „Dankeschön-Frühstück“ in gemütlicher Runde in der Bohlenstube des Historischen Friseursalons in der Pauritzer Straße. Dass nicht alle dabei sein können in dieser fröhlichenTischgemeinschaft, die zum Gelingen der Festspiele beitrugen, hat Gründe.

Nach drei Wochen Vorstellungsbetrieb ,insbesondere an den Wochenenden ,muss sich mancher endlich mal wieder familiären und sonstigen Verpflichtungen widmen, zudem ist Urlaubszeit und einige Kollegen haben ihre verdienten freien Tage extra so geplant, dass sie auf keinenFall mit der Zeit des Sommerspektakels kollidieren.

Schon daran ist abzulesen, mit wie viel Leidenschaft und persönlichem Engagement sich dieDamen des Friseurhandwerks ihrer Theaterverpflichtung stellen.

Ausschließlich ehrenamtlich wohlgemerkt – und das in etlichen Fällen nicht erst in diesem Jahr.

„Wiederholungstäter“ Peter Müller, seine Frau Gabi und Silvia Knoth sind „Wiederholungstäter“ –vom ersten Prinzenraub 2005 an mit dabei, nachfolgend nonstop jede Saison wieder. Von Anfangan auch hatte Peter Müller, damals noch (und bis vor Kurzem) Innungsobermeister der Friseure,den Hut auf für das zu besetzende Fachgebiet der Maskenbildnerei.

Zunächst um die 200, in diesem Jahr über 160 Laiendarsteller galt es, zu schminken, zu frisieren und für verschiedenste Rollen bühnentauglich zu gestalten. Etliche der Mitspieler agierten inmehreren, einige in bis zu neun unterschiedlichen Aufgaben, mussten entsprechend zwischendurch rasch mal umgezogen und umgeschminkt werden.

Also Abend für Abend das gleiche Ritual: Farbe ins Gesicht, Zöpfe flechten, Kränze und/oder Tücher feststecken, die Mikrofone ebenfalls in die Kopfbedeckungen einarbeiten und so weiter. Mal müssen die kleinen Prinzessinnen rosig- anmutig strahlen, dann wieder die Spielergemeinschaft als „das Volk“ oder eine Kriegerschar eine gehörige Portion Schmutz, sprich: schwarze Schminke, ins Gesicht gezaubert bekommen.

„Mit den Kindern war es meist am schönsten“, erinnert sich Silvia Knoth, „die konnten es kaum erwarten und haben bei uns Schlange gestanden.“ Auch die Herren seien im Allgemeinen sehr gern  in der Maske erschienen, wirft Gabi Müller ein, „mit denen hatten wir viel Spaß“. Eine Äußerung,

der die Anwesenden voller Erheiterung zustimmen. Spannend sei es auch gewesen, die jüngsten Prinzenräuber heranwachsen zu sehen. „Einige waren ja vor sieben Jahren wirklich klein, und die  seinerzeit stolz präsentierten Zahnlücken dieses oder jenes Jungstars aus der Besetzung von damals sind längst Geschichte, die Mädchen oder Jungen deutlich den Kinderschuhen entwachsen“, so Silvia Knoth. „Man ist gemeinsam ein Stückchen älter geworden, hat neue Erfahrungen gewonnen,viele nette Leute kennengelernt.“ Hoffnung auf 2013 Äußerungen, aus denen auch Wehmut spricht, dass das Kapitel Prinzenraub vorerst abgeschlossen ist. Schade finden das alle, die sich um Peter Müllers

Kaffeetisch versammelt haben, und die Maskenbildner eint ein wenig die Sorge, ob man die ganze gewachsene Ehrenamtler-Gemeinschaft bis zu den „Barbarossa“-Festspielen 2013 zusammenhalten und über den gesamten Zeitraum motivieren kann. Abgesehen von der Befürchtung, dass manch ein Nachwuchskader (siehe oben) dann wirklich schon erwachsen ist und vielleicht die Region verlässt.

Mit dabei sein würden aber die meisten Friseurinnen in jedem Fall gern wieder, wenn es an die Neuausrichtung der Altenburger Festspielidee geht. Die „alten Hasen“ ebenso wie die Neulinge der  Saison 2011. Die Windischleubaerin Uta Macha beispielsweise, die in diesem Jahr ihre Premiere als

Masken-Mitstreiterin auf dem Schloss erlebte. „In meiner Freizeit schminke ich sowieso oft, bei uns auf Dorffesten oder im Kindergarten, insofern waren die Anforderungen für mich nicht außergewöhnlich“, sagt sie. Viel eher – und das gilt für alle – war es durchaus eine große körperliche Kraftanstrengung.

„Wir alle stehen Tag für Tag zehn Stunden in unseren Geschäften, da ist man abends verständlicherweise

ziemlich kaputt“, fasst Silvia Knoth zusammen. „Und dann sind wir hinauf ins Prinzenpalais gestürmt und haben noch vier Stunden geschminkt, bei den samstäglichen Doppelvorstellungen

waren wir von 16 bis 24 Uhr oben.“ Es hat also wirklich seinen Grund, dass Peter Müller seine so engagierten Mädels zum „Dankeschön-Frühstück“ eingeladen hat. Und wir können uns der berechtigten Anerkennung nur anschließen.

 

Ralf Miehle

OsterlandSonntag

 

Fotoserien

Frühstück (FR, 29. Juli 2011)

Friseurmeister Peter Müller hat nach dem diesjährigen Ende der Prinzenraub-Festspiele zum „Dankeschön-Frühstück“

eingeladen: Silvia Knoth, seine Ehefrau Gabi, Uta Macha und stellvertretend für die Lehrlinge Janine Menz (v. l.).

 

Fotos: Ralf Miehle

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Veröffentlichung

Do, 28. Juli 2011

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