Ernestinum wird Sitz der Stadtbibliothek
Das Josephinum sorgte für reichlich Schlagzeilen, weil es sich in den nächsten Jahren in eine einzigartige Spielewelt verwandeln soll. Doch auch das leerstehende Gebäude gegenüber, das Ernestinum, soll schon bald aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden. Die Pläne, dort die Stadtbibliothek einzuquartieren, sind gereift. Der verantwortliche Architekt Detlef Mevius vom beauftragten Planungsbüro „iproplan“ aus Chemnitz stellte den aktuellen Stand des Vorhabens in der jüngsten Bauausschusssitzung vor.
Das Ernestinum ist ein U-förmiges, fünfgeschossiges Gebäude, wobei die beiden Dachgeschosse nicht genutzt werden sollen. Konzipiert ist die neue Bibliothek als offenes, von Lebendigkeit geprägtes Haus. Detlef Mevius sprach im Bauausschuss vom „Wohnzimmer der Stadt“. Die Bibliothek soll neben ihrer ureigensten Aufgabe, dem Verleih von Büchern und Medien, künftig als geselliger Treffpunkt für Menschen jeden Alters dienen. Die große Aula soll als Veranstaltungssaal auch Dritten, etwa Vereinen, zur Verfügung stehen.
Ein wichtiges Ziel der vorgestellten Planung ist die Herstellung von Wegeverbindungen zu den Nachbarn, konkret zum „Dritte-Welt-Laden“ und der Music Hall. Der Haupteingang zur Bibliothek wird sich am Platz vor der Brüderkirche befinden. Die Barrierefreiheit wird unter anderem durch den Einbau eines Fahrstuhls erreicht.
Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass der Umbau des Gebäudes im Jahr 2022 beginnt. Voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2024 soll die Stadtbibliothek am neuen Standort ihre Pforten öffnen. Der Kostenrahmen für das aufwändige Bauvorhaben liegt bei 5,6 Millionen Euro, das Gros der Summe sind Fördermittel.