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Rege Diskussion übers Verkehrskonzept

Das Angebot, sich aus erster Hand über den Entwurf des Verkehrskonzepts zu informieren, wurde angenommen. Mehr als 100 Interessierte kamen am Dienstagabend in die Music Hall, um sich gegenüber den Verantwortlichen der Stadtverwaltung und den Verkehrsplanern zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zu äußern. Am Ende der dreistündigen Veranstaltung hatten die Autoren des Konzepts viele Anregungen und Verbesserungsvorschläge notiert, die nach Möglichkeit in das Konzept einfließen sollen.
Oberbürgermeister André Neumann hatte einleitend betont, dass sich die Verwaltung bewusst für eine externe Begutachtung entschieden habe, weil der Blick von außen unvoreingenommen sei. Das Stadtoberhaupt machte zudem klar, dass es sich um einen Entwurf handele, also noch nichts entschieden sei. Der Verkehrsforscher Dr. Gerhard Becher, der von der Stadt mit der Erstellung des Konzepts beauftragt ist, erinnerte an die vorangegangene Bürgerbeteiligung. So flossen unter anderem mehr als 800 Antworten aus der Befragung, die Ergebnisse aus den Workshops und die Messungen an Hauptverkehrsstraßen in die Arbeit ein.
In der überwiegend sachlich geführten Diskussion entzündete sich die Kritik zunächst an dem Vorschlag, in der Lindenaustraße und der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße künftig Zwei-Richtungs-Verkehr zu gestatten. Mehrere Bürger meldeten sich zu Wort und sprachen sich für die Beibehaltung der Einbahnstraßenregelung aus, zum einen aus Sicherheitsgründen, da die Külz-Straße zu schmal sei, zum anderen, weil die Parkplätze dringend benötigt würden. Reichlich Diskussionsstoff bot zudem der Vorschlag, die Parkplätze auf der oberen Markthälfte zugunsten einer Fußgängerzone abzuschaffen. Das wurde von mehreren Geschäftsleuten, die ihre Läden im Zentrum haben, mit der Begründung abgelehnt, dass das erhebliche Umsatzeinbußen zur Folge haben würde. Andere Stimmen meinten, dass das Gegenteil eintreten werde, nämlich eine spürbare Verbesserung der Aufenthaltsqualität und eine Belebung der Altenburger Innenstadt.
Der Oberbürgermeister stellte klar, dass es sich die Stadt beim Thema Parken nicht einfach machen werde. Dass kurzfristig Parkplätze verschwinden, sei ausgeschlossen und allenfalls dann möglich, wenn in der Nähe der künftigen Spielewelt (Josephinum) neue gebaut worden seien, Stichwort: Mobilitätszentrum.
An dem Abend wurde deutlich, dass die Erwartungen an das Verkehrskonzept in mancher Hinsicht schwer unter einen Hut zu bringen sein werden. Auf der Veranstaltung konnten indes auch einige Missverständnisse ausgeräumt werden. So stellte Dr. Becher klar, dass das vorgeschlagene Durchfahrtsverbot für Lkw nicht bedeute, dass keine Lkw mehr in die Stadt fahren dürfen. Das angestrebte Verbot betreffe nur die Lastwagen, die kein Ziel in der Stadt haben, sich also wirklich nur, oft von Navigationsgeräten geleitet, durch die engen Straßen der Stadt quälen.
In seinem Schlusswort bedankte sich der Oberbürgermeister für die rege Beteiligung der Bürger. Was in der Versammlung angesprochen wurde, werde ausgewertet. Ziel sei es, dass überarbeitete Konzept in der März-Sitzung vom Stadtrat beschließen zu lassen – der Termin sei aber kein Dogma, so das Stadtoberhaupt. Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen erfolge dann ohnehin Schritt für Schritt über einen Zeitraum von zehn Jahren.  

 

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Veröffentlichung

Do, 08. Dezember 2022

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