Industriegebiet Altenburg/Windischleuba: Förderbescheid übergeben: Bund und Land stellen rund 5,4 Millionen Euro für ersten Entwicklungsschritt bereit
Meldung aus AltenburgEin wichtiger Schritt für die Entwicklung des geplanten Industriegebiets Altenburg/Windischleuba ist geschafft. Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John hat Oberbürgermeister André Neumann den Förderbescheid für das erste Teilprojekt übergeben. Damit können nun die Planungs- und Ingenieurleistungen sowie der Grunderwerb für das rund 100 Hektar große Plangebiet vorangetrieben werden.
Für diesen ersten Entwicklungsschritt werden gut 4,9 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes bereitgestellt. Die Förderung erfolgt auf Grundlage des Investitionsgesetzes Kohleregionen und stammt damit aus den sogenannten „Kohlemillionen“, mit denen der Strukturwandel in den ehemaligen Braunkohleregionen unterstützt werden soll. Hinzu kommen knapp 440.000 Euro des Freistaates Thüringen, die über die für das Projekt verantwortliche LEG Thüringen bereitgestellt werden. Die Investitionskosten für diesen ersten Abschnitt belaufen sich insgesamt auf rund 5,5 Millionen Euro.
Mit dem Förderbescheid kann die LEG Thüringen nun aktiv auf die Eigentümer der für das Industriegebiet vorgesehenen Flächen zugehen und entsprechende Ankaufverhandlungen führen. Parallel dazu werden die notwendigen planerischen und technischen Grundlagen für die weitere Entwicklung des Standorts geschaffen.
„Die Entwicklung des Industriegebiets Altenburg/Windischleuba ist ein Leitprojekt zur Strukturstärkung des Altenburger Landes“, erklärte Wirtschaftsministerin Colette Boos-John bei der Übergabe. „Mit dem heutigen Förderbescheid legen wir die Grundlage dafür, dass hier ein neuer, leistungsfähiger Industrie- und Gewerbestandort entstehen kann. Das eröffnet der Region langfristig neue Chancen für Wachstum, Investitionen und Beschäftigung.“
Auch Oberbürgermeister André Neumann unterstrich die Bedeutung des Vorhabens für die wirtschaftliche Entwicklung Altenburgs und der Region: „Wir wollen und müssen wirtschaftlich aufholen. Wenn wir von den hintersten Plätzen in den einschlägigen Wirtschaftsrankings nach vorn kommen wollen, brauchen wir neue Investitionen, neue Unternehmen und gute Arbeitsplätze. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass auch bereits in Altenburg ansässige Unternehmen genügend Entwicklungsmöglichkeiten haben, wenn sie wachsen und ihren Standort erweitern wollen. Dafür müssen wir die Voraussetzungen schaffen. Das Industriegebiet Altenburg/Windischleuba ist dabei eines unserer wichtigsten Zukunftsprojekte.“
Die Entwicklung neuer Gewerbe- und Industrieflächen ist für Altenburg von besonderer Bedeutung. Die bestehenden Gewerbe- und Industriegebiete der Stadt sind bereits zu rund 80 Prozent belegt. Die noch verfügbaren Flächen sind überwiegend kleinteilig oder bereits konkret nachgefragt. Für sämtliche freien Flächen in den Gewerbegebieten Nord-Ost I bis III liegen bereits Anfragen vor. Größere industrielle Flächenanfragen können deshalb derzeit kaum noch bedient werden.
Das geplante Industriegebiet Altenburg/Windischleuba bietet aufgrund seiner Größe und Lage gute Voraussetzungen für größere gewerbliche und industrielle Ansiedlungen. Das rund 100 Hektar große Plangebiet befindet sich am nordöstlichen Stadtrand von Altenburg und liegt unmittelbar an den Bundesstraßen B 93 und B 7 sowie am Knoten zur Landesstraße L 1355. Die A 72 in Richtung Leipzig und Chemnitz ist rund 15 Kilometer, die A 4 etwa 20 Kilometer entfernt.
Die Entwicklung des Standorts erfolgt schrittweise. Nach Abschluss des ersten Teilabschnitts, der voraussichtlich bis 2030 läuft, soll in einem weiteren Schritt die eigentliche Erschließung des Industriegebiets erfolgen. Für die Entwicklung des Gesamtstandorts ist perspektivisch eine Förderung in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe vorgesehen.



