Rückblick auf den Denkmaltag: Masse in der Gasse
Meldung aus Altenburg
Keiner kommt bei Regen? Von wegen! Trotz widrigen Wetters waren am Tag des offenen Denkmals in Altenburg Tausende unterwegs, um bekannte und weniger bekannte Denkmale zu erkunden. Die Unternehmungslustigen hatten die schöne Qual der Wahl, denn nicht weniger als 31 Objekte waren am Sonntag geöffnet. Neben Einheimischen waren auch wieder auswärtige Denkmalfreunde auf den Beinen, denn es hat sich weit über die Stadtgrenzen hinaus herumgesprochen: Das 1050 Jahre alte Altenburg verfügt über einen beachtlichen bauhistorischen Reichtum.
Ein absoluter Schwerpunkt des Geschehens war der Bereich zwischen dem historischem Kanzleigebäude an der Ecke Brühl/Burgstraße, der St. Bartholomäikirche und der Johannisstraße mit dem ehemaligen Martinsgässchen und der früheren Seifensiederei auf dem Anwesen Johannisstraße 4. Die Gelegenheit, durch die schmale Verbindung vom Markt in die Johannisstraße zu gehen, wollten zeitweise so viele Leute nutzen, dass es zu Staus kam – Masse in der Gasse. Das Vorhaben, alle Passanten zu zählen, wurde beim Erreichen der 2000er-Marke aufgegeben. Gleich gegenüber strömten über den ganzen Tag verteilt unzählige Besucher in das Haus Johannisstraße 4, dessen neue junge Eigentümer das Angebot zur Besichtigung ihres Hauses mit mehreren gut besuchten kleinen Konzerten verbanden. Enormen Andrang und ebenfalls mehr als 1000 Besucher gab es im ehemaligen Kanzleigebäude in der Burgstraße 17. Die AWG (Altenburger Wohnungsgenossenschaft) hatte dorthin zur Besichtigung des künftigen Hostels eingeladen und präsentierte das Nutzungskonzept.
Erfreulich hohe Besucherzahlen, nämlich 520, meldete der Botanische Erlebnisgarten, der mit dem Motto: Alter Garten trifft altes Handwerk punktete. Etwa 1350 Personen wurden im historischen Marstall gezählt, der – wie in den Vorjahren – Schauplatz der Kreativmesse Idee³ war. Mehr als 500 Interessierte pilgerten in die Eisenbahnstraße, um das „Stellwerk B 5“ mit seiner komplett erhaltenen Eisenbahntechnik aus dem Jahre 1937 zu besichtigen. Hier hat sich erfreulicherweise vor kurzem ein neuer Verein gegründet, welcher gern auch noch weitere Mitglieder zur tatkräftigen Unterstützung der Erhaltung und Nutzung dieses wichtigen Zeugnisses der Altenburger Eisenbahngeschichte begrüßen würde. Wer über den Tag verteilt mehrere Denkmale besichtigte, der wurde logischerweise auch mehrfach gezählt.
Kritik wurde vereinzelt daran geäußert, dass es keine einheitlichen Öffnungszeiten gab. Doch wer das moniert, verkennt, dass das vielseitige Angebot am Denkmaltag fast durchweg nur auf ehrenamtlichem Engagement basiert. In den Objekten wirken vor, am und nach dem Denkmaltag viele Freiwillige, denen ein großes Dankeschön gebührt. Ohne ihr bürgerschaftliches Engagement, das die Verbundenheit zur Stadt zeigt, wäre die Durchführung des Denkmaltages nicht möglich.
Begonnen hatte der Denkmaltag in Altenburg wie immer schon am Freitagabend, wo in der Brüderkirche verdiente Bürger für ihr denkmalpflegerisches Engagement geehrt wurden.



